Zwischenbericht

Zwischenbericht 2004

Zwischenbericht 2004

Hier ein paar Informationen, was wir so in der Winterpause Alles machen.

Nach dem abrupten Ende bei der Limes-Rallye mussten wir leider eine neue Karosse f√ľr den Cossi suchen. Eine Werkskarosse mit Gruppe-A-Achsen (die sind stabiler) sollte es sein.

Nach erstem Suchen im Internet war klar: Das wird nicht einfach. Die einzige Karosse, die den Suchkriterien entsprach, stand in Zypern. Nicht gerade um die Ecke. Nach reichlich Mails mit Preisverhandlungen habe ich dann die Karosse mit diversen Teilen gekauft. Nach Angaben des Verkäufers soll es ein Ex-Auto von Carlos Sainz sein.

Aufgrund der Entfernung schied das Abholen aus. Also Versand im Container. Jetzt begann das große Warten. Mitte Dezember sollte das Schiff ablegen. Was nun alles vor Ort schief gelaufen ist, kann ich nicht sagen, denn Informationen kamen nur spärlich. Das gebuchte Schiff ist dann nicht gefahren .Der Container wurde aber auf ein anderes Schiff umgeladen mit Ziel Hamburg. Ankunft in Hamburg sollte am 6 Januar sein. So die erste Mail aus Zypern. Irgendwie hat sich der Termin aber immer weiter nach hinten verschoben.

Nachdem ich eine Adresse von der Schifffahrtsagentur hatte, die f√ľr die Fracht zust√§ndig war, habe ich dort selbst angerufen und erfahren, dass das Schiff fr√ľhestens Mitte Januar in Hamburg sein wird. Eindeutig zu sp√§t. Der Sachbearbeiter hat mir aber gesagt, das Schiff w√ľrde einen Stopp in Antwerpen machen. Dort k√∂nne man auch etwas ausladen. Ich habe den Container in Antwerpen ausladen lassen. Und wieder wurde der Termin, an dem ich die Karosse holen konnte, von Tag zu Tag verschoben. Am Freitag, 7. Januar, kam morgens um zehn Uhr endlich der Anruf, dass ich die Ware abholen kann.

Kurzentschlossen habe ich Oli und Uwe alarmiert, und eine halbe Stunde sp√§ter sa√üen wir im Bus Richtung Antwerpen. Unterwegs haben wir noch ein paar Sp√§√üchen gemacht, nach dem Motto: Jetzt kommen wir dahin und es ist keiner mehr da. Laut Schifffahrtsagentur sollen Mitarbeiter aber rund um die Uhr da sein. 16.10 Ankunft in Antwerpen bei der Adresse, die man mir gegeben hatte. Leider war die verkehrt, denn es war jene des Stadtb√ľros und der Container steht im Hafen. Die nette Dame von der Information hat dann im Hafen angerufen und Details erfragt. Vom anderen Ende der Leitung kam die Antwort, das geht heute nicht mehr, weil seit 16 Uhr kein Lagerarbeiter mehr da ist. Eben noch Sp√§√üchen gemacht und jetzt kalt erwischt, dachte ich.

Am Montag noch mal nach Antwerpen fahren wollte ich nicht. Und schlie√ülich hat ja jemand den H√∂rer abgenommen, also ist auch jemand da. Ich hab mir dann den Chef vom Hafenb√ľro geben lassen (zum Gl√ľck sprechen die alle ein bisschen Deutsch) und wurde etwas energisch. Der sagte mir dann, da geht nichts. Au√üerdem w√§re der Container nicht freigegeben, weil die Fracht noch nicht bezahlt w√§re. Gut, dass man mir √§u√üerlich nicht ansieht, wie es innen brodelt. Also Anruf in Hamburg bei der Schifffahrtsagentur, die mir das okay zur Abholung gegeben hatte. Gleichzeitig machten wir uns schon man auf in Richtung Hafen. Aus Hamburg erhielt ich die Nachricht, der Container sei frei und Abholen m√∂glich.
Im Hafen trafen wir dann einen Zollbeamten und einen Mitarbeiter der Firma an, die meinen Container hatte. Die haben erst mal beide geblockt.

Ein paar Einsch√ľchterungsversuche bei dem Mitarbeiter der Lagerfirma haben nicht wirklich gefruchtet. Mittlerweile war es schon deutlich nach 18 Uhr. Von irgendwoher haben die beiden Herren dann einen Anruf bekommen. Das hat nicht gleich alle Probleme gel√∂st, aber die Sache in Gang gebracht. Der Herr der Lagerfirma erkl√§rte, es w√§re machbar, wenn der Herr vom Zoll zustimmt. Der Herr vom Zoll hat mit dem Kopf gesch√ľttelt, die Papiere reichten ihm nicht aus. Au√üerdem kann er von diesem B√ľro nicht in den Zollcomputer schauen. Wenn wir zu einem Zollb√ľro im Hafen fahren, und die zustimmen, k√∂nnen wir die Karosse heute noch mitnehmen. Zum Gl√ľck war das Zollb√ľro nicht weit, die Dame dort war auch sehr nett, wusste aber das Passwort f√ľr den Computer nicht. Mindestens 10 weitere Z√∂llner, die sie dann nach dem Passwort gefragt hat, wussten es auch nicht. Ich wei√ü nicht, ob sie Mitleid mit uns hatte oder einfach nur freundlich war. Jedenfalls hat sie einen Stempel und A:F: auf die Papiere gedr√ľckt und gesagt, jetzt geht es.

Wieder zur√ľck zum Lager. Der Mitarbeiter der Lagerfirma war verschwunden und alles war dunkel. Lediglich der Herr vom Zoll und eine Dame vom Zoll waren im B√ľro . So freundliche Z√∂llner habe ich noch nie erlebt. Die haben sich dann um alles gek√ľmmert. Als Erstes ging es in ein B√ľro auf dem Containergel√§nde. Der Mann dort war auch sehr nett, wollte aber als erstes 170 Euro. Wie haben alle unser Geld aus den Taschen zusammengelegt und es hat gereicht. Jetzt ist ein Mitarbeiter mit zu einem Container gegangen, der die ganze Zeit nicht weiter als 30 Meter von uns weggestanden hat und hat diesen ge√∂ffnet.

Da war sie also unsere neue Karosse. Jetzt mussten wir nur noch mit dem Bus und Anh√§nger auf das Gel√§nde fahren. Eine Schranke stoppte uns. Der Mitarbeiter, der daf√ľr zust√§ndig war, war von einer privaten Wachgesellschaft und wollte uns nicht reinlassen.

Wir w√ľrden irgendwelche Papiere ben√∂tigen. Der Helfer bei diesem Problem war derjenige, der die 170 Euro kassiert hat. Er hat zu dem Schrankenw√§rter gesagt, dass wir von weit hergekommen seien, um ein „kaputtes“ (die wussten ja alle nicht wirklich, was das war) zu holen. Da k√∂nnte er ja wohl mal die Schranke aufmachen. Der hat sehr sehr ungl√§ubig geschaut!!

Aufladen ging dann schnell. Die Heimfahrt verlief auch ohne Probleme. Am nächsten Tag haben wir dann gleich mit den Reparaturarbeiten begonnen.

Anbei ein Bild der (leeren) Karosse und eines, das das j√ľngste Mitglied des Teams bei der Arbeit zeigt.